Evangelische Kirchengemeinde Naumburg-Ippinghausen

Geschichtliches

Geschichte der Kirchengemeinde Ippinghausen

Betrachtet man die frühe Dorfgeschichte von Ippinghausen, so erfolgte sehr wahrscheinlich die Besiedelung durch die Franken. 

Eine erst sichere urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1120. In der Fritzlarer Archidiakonatsverfassung (1085 eingeführt) wird Immenhausen (südlich vor dem heutigen Naumburg) als Mutterkirche für Ippinghausen genannt. 

Es gab wohl eine Kapelle, die von einem Diakon Cyriakus betreut wurde. Auf deren Boden wurde dann 1172 eine erste Kirche gebaut. Es wird berichtet, dass Mitte des 13. Jahrhunderts Graf Volkwin von Naumburg die Kapelle dem Erzbistum Riga geschenkt hat. 

Im Jahre 1445 wurde sie dann vom Erzbistum Riga an den Landgraf Ludwig von Hessen abgetreten. Das Kloster Weißenstein, vom Landgrafen beauftragt, bestellte nun den Fritzlarer Altarist Kurt Armbrüster zum Pfarrer. Versuche, die Kirche Fritzlar einzuverleiben, scheiterten jedoch und sie wurde 1472 dem Kloster Hasungen unterstellt. 

Im Zuge der Reformation zog der Landgraf 1527 das Kloster und seine Güter ein und auch das Patronatsrecht ging an den Landesherren über. Das heißt, er hatte das Vorschlagsrecht zur Besetzung des Pfarramts und die Pflicht u.a. für die Instandsetzung der Kirche und kircheneigenen Räumlichkeiten zu sorgen.

Die kirchliche Zugehörigkeit wechselte nun immer wieder, so wird Ippinghausen eine Filiale von Istha (1537) und gehört ab 1585 zu Wolfhagen. Nach der Ansiedlung von Hugenotten und dem Kirchbau in Leckringhausen (1774), wurde Ippinghausen von Leckringhausen mitbetreut. Von 1839 bis1886 war dann jedoch Ippinghausen selbständige Pfarrei mit Leckringhausen. Danach wurde jedoch wieder Leckringhausen Pfarrort und Ippinghausen als Tochtergemeinde geführt.

Im Jahre 1924 wird Ippinghausen Filialgemeinde der evangelischen Gemeinde von Naumburg. 2005 wird das Kirchspiel Naumburg-Ippinghausen zur evangelischen Kirchengemeinde Naumburg – Ippinghausen zusammengefasst.

Die Kirchengemeinde hatte zunächst einen Gemeindesaal in dem ursprünglichen „Behelfsheim“ am Standort „Mühlenbach“ (heute Bürgerladen). Nach Umbau des alten Feuerwehrgerätehauses (neben der Kirche) wurde dies später als Gemeindehaus (Einweihung 18.07.1993) genutzt.

1992/1993 erfolgte der Bau eines Kindergartens in der Trägerschaft der evangelischen

Kirchengemeinden Ippinghausen u. Bründersen. (12.09.1993 Feierliche Inbetriebnahme des Kindergartens)

1961 Errichtung der Gedenkstätte für die Gefallenen beider Weltkriege vor der Kirche im Zuge der Aktion „Unser Dorf soll schöner werden“, Christusstatue von Bildhauer Passon, Balhorn

Das Denkmal
Das Denkmal

Die Geschichte des Kirchenhauses

Auf dem Boden einer Kapelle soll 1172 eine erste Kirche gebaut worden sein. Ob dies nun die Vorgängerkirche ist, die vermutlich im 30 jährigen Krieg (1618-1648) zerstört wurde, kann ich momentan nicht beurteilen.

18. Marti 1650 (Inschrift Kanzel) Wiederaufbau der Kirche.

Um 1750 Vermutlich zum Teil Zerstörung der Kirche durch Feuer.

Die Gemeinde hatte erhebliche Mittel (400 Reichstaler) für den Bau einer neuen Kirche erhalten; Gemeindemitglieder hatten jedoch diese für andere Zwecke verbraucht. Der zuständige Fürstliche Rat erteilte daraufhin den Befehl, entweder zu bauen oder das Geld (das nicht mehr da war) zurückzuzahlen. Man entschied sich für den Bau.

05/1772 Abriss der alten Kirche.

27.05.1772 Grundsteinlegung der neuen Kirche, Bau nach Grundriss barocker Saalkirchen aus groben

Quadern. Am Wappenstein am Südportal ist in lateinischer Schrift zu lesen: (Übersetzung)

„Mit dem überaus gnädigen Beistand des dreieinigen höchsten Gottes und trotz sowohl schwerem als auch allgemeinem Mangel an Lebensunterhalt ist dieses, dem Gottesdienst der höchsten Gottheit geweihte Gotteshaus mit Geldmitteln, die zum Teil aus dem Vaterland öffentlich gesammelt wurden, sowohl mit Bauholz, das zum Teil durch die Freigebigkeit der Stadt Wolfhagen geschenkt wurde, errichtet worden am Tag des 14. Juli 1772.“

Darüber von Säulchen und profilierten Stichbogen gerahmte Tafel mit spiegelbildlichen Monogramm F.L., rechts und links begleitet von je einem Sechsstern mit Rosette darauf, darüber von Löwen gehaltene Landgrafenkrone und die Zahl 1772.

Die Landgrafenkrone.
Die Landgrafenkrone.

1997 anlässlich des 225. Geburtstages der Kirche wird die Kirche in „Cyriakus Kirche“ umbenannt. In Erinnerung an die gleichnamige Vorgängerkirche, auf deren Boden die Kirche erbaut wurde. (Stein vor Südportal)

Cyriakus Kirche
Cyriakus Kirche

Einzelne Daten zur Kirche und Ausstattung

Geschichte der Kirchengemeinde Naumburg

Die Geschichte der evangelischen Gemeinde ist stark durch die territoriale Zugehörigkeit im Laufe der Geschichte bestimmt.  So spricht man von drei evangelischen Perioden:

1. Zeit der Reformation in Naumburg (1544 – 1615)

1544 Stadt und Amt Naumburg gehören zur Herrschaft des Grafen von Waldeck, die evangelisch waren und in ihrem Territorium versuchen, die Reformation ein- und durchzuführen.

1546 Die „Kastenordnung“ der Stadt Naumburg  ist das erste eindeutige Dokument der Reformation Evangelische Pfarrer in Naumburg sind:

1546-1571 Reinhard Hefentreger 

1571-1611 Georg Brey

1611-1615 Nikolaus Coriarius

2. Zugehörigkeit zum hessischen Landgrafen (1632 – 1637)

Evangelischer Pfarrer ist Heinrich Knobel

3. 1802 bis heute

Ab 1802, endgültig 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) gehört Naumburg zum Landgrafen von Hessen.  Im Laufe der Zeit bildet sich eine evangelische Gemeinde, die zunächst von Sand durch Pfarrer Conradi (bis 1829), dann vom Nachbarpfarrer in Elben versorgt wird.

14.07.1824 Genehmigung zum Abhalten eines evangelischen Gottesdienstes in Naumburg einmal im Monat (Konsistorium Kassel)

26.09.1846 Offizielle Gründung der evangelischen Gemeinde in Naumburg als Vikariat der Pfarrei Elben, zugehörig der Klasse Gudenberg

1846 Errichtung einer ev. Schule in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude (heute Burgstr. 16). Das Ansinnen, mit Hilfe einer Unterschriftensammlung einen Kirchbau zu erreichen scheiterte.

Seit 1847 Regelmäßiger Gottesdienst jeden zweiten Sonntag bis 1879 in der Schule

1867 Die Gemeinde zählt 236 Mitglieder

1878 Nach landesweit durchgeführten Kollekten und mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werks kann mit dem Bau einer Kirche begonnen werden. Zunächst vor dem Färbertor, dann an hiesiger Stelle. 

20.08.1879 Einweihung der Kirche

1895 Die Gemeinde wird Hilfspfarrei mit Pfarrer Hermann Ludwig Gervinus

Erwerb eines Gebäudes ( als Pfarr- und Gemeindehaus) gegenüber der Kirche 

15.03.1900 Die Gemeinde wird selbständige Pfarrei  mit 400 Mitgliedern, die sowohl aus der lutherischen als auch aus der reformierten Richtung kommen.  „Es sind Tagelöhner, kleine

Handwerker, fast durchweg arm oder wenig bemittelte Menschen“, wie die Kirchenchronik berichtet.

1924 Ippinghausen wird als Filiale zugeteilt. Naumburg gehört zum Kirchenkreis Fritzlar

1929 Die Gemeinde gehört zum Kirchenkreis Wolfhagen

1968 Bau von Gemeinde- und Pfarrhaus (Am Kuhberg) in Naumburg

2005 Das Kirchspiel Naumburg-Ippinghausen wird zur  ev. Kirchengemeinde zusammengefasst

Einzelne Daten zur Kirche und Ausstattung

Kirche Naumburg

Die Zusammenstellungen über die Chronik der Kirchengemeinde Naumburg – Ippinghausen und über das Kirchengebäude sollen ein Anfang sein.
Die Quellen waren (Stand Dezember 2017):

  •   Chronik der Kirchengemeinde

  •   Festschrift:

    H. Wittekindt, Das Evangelische Naumburg.
    Hrsg. Vom Kirchenvorstand der Ev. Kirchengemeinde Naumburg anlässlich des 100-jährigen Kirchbaujubiläums. (1979)

  •   Festschrift:
    Die evangelische Kirche in Naumburg – und ihre Menschen. Hrsg. Von der Evangelischen Kirchengemeinde Naumburg in Verbindung mit dem Geschichtsverein Naumburg e.V. (2004).

    Ich freue mich, wenn Sie dazu Weiteres (Berichte, geschichtliche Details u.a.) beitragen können, damit die Geschichte unserer Kirchengemeinde und der kirchlichen Räumlichkeiten lebendig werden kann und nicht in Vergessenheit gerät.

    Wenden Sie sich bitte an das Pfarramt oder direkt an mich: Cordula Schmitt, Tel. 05625/9238989.