Die Uhr geht wieder!
Projekt: Kirchturmuhr Ippinghausen
Teil 1: Versuch Nr. 2 - Freitag 22.8.25
Was ist los mit der Kirchturmuhr?
Seit Wochen fragen sich viele, die wie gewohnt zum Kirchturm hochschauen: Warum steht die Uhr still? Während das Glockenschlagwerk einwandfrei funktioniert, zeigen die Zifferblätter keine Zeit mehr an.
Ein Techniker einer Firma für Kirchturmuhren war bereits vor Ort – sein Kostenvoranschlag lag bei mindestens 7.000 Euro. Ein Betrag, den die Kirchengemeinde nicht ohne Weiteres stemmen kann.
Bei einem „Arbeitsfrühstück unter Rentnern“ berichtete Manet Homburg davon und weckte die technische Wissbegierde der restlichen Crew. Gemeinsam mit den beiden Schützenbrüder Helmut Uthof und Norbert Schröder kletterten sie bis in die Turmspitze, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Aufgrund mangelhafter Ausrüstung und fehlender eigener körperlicher Fitness musste noch ein Kletterer gefunden werden, der die letzten drei Höhenmeter bis zum Betrieb des Zifferwerks bewältigt. Vorerst war das Ergebnis zwar ohne Erfolg, doch immerhin mit einer klareren Vorstellung vom möglichen Schaden.
Alte Kirchturmuhren sind wahre Meisterwerke der Ingenieurskunst – im Grunde riesige
mechanische Uhrwerke. Zahnräder, Gewichte und Pendel greifen ineinander, um zuverlässig die Zeit anzuzeigen und häufig auch das Glockenspiel zu steuern. Um eine Störung zu beheben, muss man sich zunächst einen Überblick über dieses komplexe System verschaffen.
Im Normalbetrieb erhält die Uhr im Minutentakt Impulse, die über Spindeln, Stangen und
Räderwerke weitergegeben werden. Ein Gangregler sorgt dafür, dass die Mechanik gleichmäßig
läuft und die Zahnräder Schritt für Schritt bewegt werden – jedes kleine „Ticken“ ein Fortschritt.
Die erste Erkenntnis: Auf der Westseite des Uhrwerks liegt die Ursache für den Stillstand. Es bestand Hoffnung, die übrigen drei Uhrwerke wieder in Gang zu setzen.
Der nächste Schritt wird nun sein, die Mechanik in luftiger Höhe auszubauen – unter strenger Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen – und zu prüfen, ob defekte Teile überhaupt noch ersetzbar sind. Gerade bei so alten Modellen könnte die Ersatzteilbeschaffung eine Herausforderung werden.
Fazit:
Die Männer der Schützenbruderschaft haben die Uhr zwar noch nicht wieder zum Laufen gebracht, sind aber fest entschlossen, die Angelegenheit möglichst unkompliziert auf dem „kleinen Dienstweg“ zu lösen. Wir halten euch auf dem Laufenden.
Teil 2: Versuch Nr. 2 - Donnerstag 28.8.25
Warum stand die Kirchturmuhr still?
Seit Wochen wunderten sich viele, die wie gewohnt zum Turm hinaufschauten: Die Uhr zeigte keine Zeit mehr an. Während das Glockenschlagwerk zuverlässig funktionierte, blieben die Zeiger auf den Zifferblättern stehen.
Jetzt die gute Nachricht: Die Kirchturmuhr läuft wieder! Bei einem „Arbeitsfrühstück unter Rentnern“ beschlossen Helmut Uthof und Norbert Schröder von der Schützenbruderschaft 1745 gemeinsam mit Manfred Homburg, die Reparatur in Eigenregie anzugehen. Technische Wissbegierde! Nicht ganz ungefährlich – denn bis in die oberste Spitze des Turmes musste Achim Schaake klettern, um ein beschädigtes Metallteil auszubauen. Mit viel Geduld und handwerklichem Geschick wurde es wieder gängig gemacht und eingebaut.
Das Ergebnis: Die Zeiger bewegen sich wieder, die Uhr zeigt zuverlässig die Zeit – und der Gemeinde wurde viel Geld gespart.
Fazit: Eine gelungene Gemeinschaftsleistung, die einmal mehr zeigt: Mit Zusammenhalt und Tatkraft lässt sich Großes bewegen.
Das Foto zeigt ein fehlerhaftes Bauteil aus dem Uhrwerk der alten Kirchturmuhr: eine massive Eisenachse mit Zahnrad, das Teil des Getriebes ist und die Bewegung auf das Zeigerwerk überträgt. Durch jahrzehntelange Verschmutzung, Korrosion und fehlende Wartung war dieses Teil regelrecht festgefressen. Erst durch das Einspannen im Schraubstock und den intensiven Einsatz von Rostlöser und Fettentferner konnte es wieder funktionsfähig gemacht werden. Solche robusten Zahnräder hielten jahrzehntelang die großen Turmzeiger zuverlässig in Bewegung – allerdings nur, wenn sie regelmäßig geschmiert wurden. Gerade in der Turmspitze ist das eine besondere Herausforderung. Umso erfreulicher: Achim hat sich bereit erklärt, diese Aufgabe auch in den kommenden Jahren zu übernehmen.
Norbert Schröder